Nach unserer Campervan-Tour haben wir unsere kurze Zeit in Brisbane genutzt um uns nach einer passenden Arbeit umzuschauen.
Nach ausgiebiger Recherche und Telefoniererei mit dem Harvest Service haben wir uns entschlossen unser Glück in Bundaberg (7 Stunden nördlich von Brisbane) zu versuchen.
Bundaberg ist bekannt dafür, dass dort einfach alles angebaut wird (Tomaten, Mangos, Blumen, Zucchinis, Wassermelonen und andere Melonen, Kürbis, Erdbeeren, Äpfel, Paprika, Kiwis …) und dementsprechend ein großer Bedarf an Arbeitskräften herrscht.
Nach einem Telefonat mit dem örtlichen Working-Hostel (ein Hostel, in dem die meisten Leute auf Farmen arbeiten und vom Hostel der Transfer zu den Farmen organisiert wird), bei dem uns gesagt wurde, dass wir bei der Tomatenernte 18$ verdienen werden buchten wir den nächsten Bus nach Bundaberg um so schnell wie möglich Arbeit zu bekommen.
Dort angekommen bekamen wir ein 4er-Zimmer … und am nächsten Morgen um 4:20 Uhr ging es los zur Arbeit.
Bevor die Sonne aufging ging es zu sechst auf die Zucchinifarm. Leider hat uns zuvor niemand gesagt, dass wir doch etwas mehr an Ausrüstung brauchten als Handschuhe, geschlossene Schuhe, einen Hut, Unmengen an Sonnencreme und 4 Liter Wasser pro Person.
Die Zucchinipflanzen haben kleine, feine Stacheln … die man auf seiner Haut sammelt wenn man die Zucchini vom Busch schneidet. Nach einigen Zucchinis merkt man dann, wie die Stacheln in die Haut wandern und einen an den Armen und Beinen sehr weit aufschneiden. Lustiger Nebeneffekt mit den Pestiziden am Abend: Allergischer Ausschlag all over und aufgeschlitzte Beine und Arme. Die üblen Kreuzschmerzen müssen wir hier nicht noch erwähnen.
Wenn ihr euch an dieser Stelle fragt für wie viel (Schmerzens)-Geld wir diese Schinderei hingenommen haben: 2,5$ pro Bucket (ziemlich großer Eimer).
Den darauf folgenden Tag haben wir Paprika geerntet … eigentlich noch deprimierender da es nur noch 1$ pro Bucket gab (der diesmal auch viel größer war … etwa Wäschekorbgröße).
Die rote Erde (die vermutlich nie wieder aus unseren Kleidern kommt) und die brennende Sonne und harte Arbeit, aber die tolle Atmosphäre war in nachhinein eine wahre australische Erfahrung.
Die Stimmung in dem Hostel war einfach bombig, wie eine große Familie … einfach genial und am Ende gingen wir auch mit einem weinenden Auge.
Abwechselnd haben wir nun Zucchini und Paprika geerntet und am Ende der Woche gerade ein Mal die Unterkunft wieder rein bekommen und beschlossen mit WWOOFING (Willing workers on organic farms, Arbeiten für 4-6 Stunden am Tag auf einer Farm und dafür kostenlose Unterkunft und Verpflegung) die Zeit etwas zu füllen und unseren Geldbeutel zu schonen.
Auf dem Weg zu unserer WWOOFING-Familie in Gloucester gab es noch zwei Orte, die wir auf unsere „To-See-Liste“ stehen hatten: Surfers Paradise und Byron Bay.
Etwas südlicher von Brisbane kamen wir in Surfers Paradise an. Ein verrückter Ort mit riesen Hochhäusern direkt am Strand und viele, viele Surfer.
Zurzeit sind auch die „Schoolies“ (High-School Absolventen) außer Rand und Band und feiern an diesen beliebten Urlaubsorten ihren Abschluss.
Nach 2 Tagen ging es für 2 weitere Tage nach Byron Bay. Ebenfalls ein traumhafter Küstenort mit tollen Brandungen für Surfer, die es dort in Scharen hin zieht.
Allgemein ist Byron Bay viel entspannter als Surfers Paradise. Hochhäuser sucht man hier vergebens, sondern kleine urige Läden und Kneipen … alles sehr entspannt (was vielleicht auch am übermäßigen Gras-Konsum liegt) und sehr Hippie-mäßig.
Neben einfach unglaublichen Stränden hat Byron Bay einen traumhaften Leuchtturm, der ganz oben auf Klippen liegt und selbst nach einem sehr, sehr langen und steilen Weg durch den Regenwald absolut sehenswert ist.
Und der Rückweg bei Sonnenuntergang an so sagenhaften Stränden machte unseren Tag perfekt.
Nun geht es für mehrere Tage zu unserer Wwoofing-Familie (Mitten im Busch, Familie mit 4 Kindern, mehre Hühner, Ziegen, Pferde und Bienenstöcke …)
Arbeiten müssen wir dort im Garten, mit den Tieren und bei der Honigproduktion. In der Nähe gibt es dort einen Fluss, mehrere Höhlen und Wasserfälle … wir sind sehr gespannt wie es uns dort gefällt … aber alles hier ist eine Erfahrung!